Schuldner- und Insolvenzberatung bei Kolping in Schweinfurt

07.03.2019 | Seit 2005 betreibt das Kolping-Bildungszentrum die Schuldnerberatung im Auftrag der Stadt und des Landkreises Schweinfurt. Mit einer Gesetzesänderung zum 1. Januar 2019 wurde zusätzlich zur Schuldnerberatung auch die Sicherstellung der Insolvenzberatung in den Aufgabenbereich der Kommunen übertragen. Diese Aufgabe wurde zu Beginn des Jahres 2019 von Stadt und Landkreis ebenfalls dem Kolping-Bildungszentrum zugeteilt. Dazu hat das Kolping-Team im vergangenen Jahr viel Zeit und Mühe investiert, um offiziell als Insolvenzberatungsstelle anerkannt zu werden.
Das Team der Schuldner- und Insolvenzberatung

Hilfe für Menschen in finanziellen Notlagen

 

Die Geschäftsleiterin der Kolping-Bildungszentrum Schweinfurt GmbH, Maria Kraft, begrüßte die Gäste zu den Feierlichkeiten, "obwohl Schulden und Insolvenz eigentlich kein Grund zum Feiern" seien. Dennoch freue sie sich, dass mit dem Hinzukommen der Insolvenzberatung zusammen gewachsen sei, "was zusammen gehört". Schuldnerberatung ist Voraussetzung jeder professioneller Insolvenzberatung. Das Ziel der Gesetzesänderung war daher das sinvolle Zusammenwirken von Schuldner- und Insolvenzberatung – und beides kann nun aus einer Hand den Bürgern von Stadt und Landkreis Schweinfurt angeboten werden.

 

Oberbürgermeister Sebastian Remelé bedankte sich bei den Mitarbeitern dafür, dass sie eine mühevolle Aufgabe übernehmen, die "für die Menschen von ganz zentraler Bedeutung" sei, denn neben der wirtschaftlichen Belastung käme oft noch die psychische Belastung dazu. Ebenso wie Remelé sprach auch Landrat Florian Töpper von den Gefahren, die in der heutigen Zeit oft vom Internet ausgingen. Deshalb müsse man so viel präventive Aufklärung leisten wie möglich, so Töpper. Im Falle einer Verschuldung sei es jedoch wichtig, eine solche Anlaufstelle zu haben, die Betroffenen "Hilfe zur Selbsthilfe" ermögliche.

 

Beratung in verschiedenen Sprachen möglich

 

Die Leiterin der Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle Michaela Link freute sich, dass man die Betroffenen im Insolvenzfall nicht mehr an einen Rechtsanwalt verweisen müsse wie bisher, sondern zukünftig selbst beraten kann. Link stellte den Gästen das fünfköpfige Beratungsteam vor und erklärte, dass Kollegen der russischen, arabischen und italienischen Sprache mächtig seien. So könne man auch Betroffenen mit geringen Deutschkenntnissen zur Seite stehen. Zudem sei die Einstellung weiterer Mitarbeiter geplant.

 

Neue Räumlichkeiten in zentraler Lage

 

Neben der offiziellen Anerkennung als Insolvenzberatungsstelle und der Beauftragung durch Stadt und Landkreis gab es einen dritten Grund zum Feiern: Der Umzug in ein neues Gebäude mit größeren Räumlichkeiten und einer zentralen Lage in der Stadt. Die Beratungsstelle befindet sich jetzt am Fischerrain 2 in Schweinfurt.

 

Im Jahr 2018 betreute die Schuldnerberatungsstelle 881 Klienten aus allen Altersgruppen. Die Gründe für die Verschuldung sind vielfältig. Betroffene sollten keine Scheu davor haben, ein Erstgespräch zu vereinbaren, sagen die Berater. Danach kann in einer gemeinsamen Analyse eine Strategie entworfen werden, um das Ziel der Schuldenfreiheit zu erreichen.

Maria Kraft

Oberbürgermeister Sebastian Remelé bedankt sich bei Kolping.


Landrat Florian Töpper stellt die Bedeutung der Beratung dar.


Die Leiterin der Beratungsstelle Michaela Link (links) stellt die Arbeit und das Team vor.


Das Gastro-Team von Martin Brückner-Marcato bewirtet die Gäste.


Die Vertereter der Geschäftsleitung, Maria Kraft und Armin Schlereth freuen sich über die schönen neuen Räume im Zentrum der Stadt Schweinfurt